Verantwortlich: Info Kallnach
Bereitgestellt: 21.07.2026
«Was Sie schon immer über den Tod wissen wollten, aber nie zu fragen wagten»
Diesen September beteiligt sich Kallnach erstmals am «Tag des Friedhofs», der jährlich schweizweit stattfindet. Im OK engagieren sich die Künstlerin und Trauerbegleiterin Renée Magaña sowie die Pfarrer Jürg Kägi und Dominik von Allmen-Mäder vom Pfarrteam Kirche32. Für einen Nachmittag wird der Friedhof Kallnach zu einem Ort der Begegnung, an dem man den Themen Sterben, Tod, Trauer und Vergänglichkeit nachgehen kann.
Für wen ist der Anlass gedacht?
Renée: Für alle. Man muss nicht erst einen Trauerfall haben, um vorbeizukommen – im Gegenteil: Es ist viel besser, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen, solange man Zeit dafür hat.
Jürg: Einfach vorbeischauen, einen Kaffee trinken, eine Führung mitmachen oder ein Gespräch beginnen. Ganz unverbindlich.
Was kann man von einem Besuch persönlich mitnehmen?
Jürg: Man kann hinter die Kulissen schauen – und vielleicht auch in sich selbst hineinschauen. Wo stehe ich mit meinen Fragen oder mit meinen vorläufigen Antworten? Und ein lustvoller Aspekt wird sicher auch dabei sein, es wird nicht Grabesstimmung herrschen.
Renée: Viele werden überrascht sein, wie viel Leben auf einem Friedhof zu finden ist – zwischen alten Bäumen, Bienenwiesen und Trockenmauern. Auch in Kallnach ist er ein Begegnungsort.
Was erwartet die Besucherinnen und Besucher konkret?
Jürg: Zwischen 12 und 16 Uhr gibt es entlang eines Plakat-Spaziergangs Stationen zu Bestattungsformen, zur Rolle des Pfarrers, zu Trauer und Trauerbegleitung sowie zur Frage, was im Todesfall überhaupt zu tun ist. Auch das Sterben wird thematisiert, mit einem Schwerpunkt auf Palliativ-Pflege. Dazu zwei Führungen mit dem Friedhofsgärtner René Köhli um 13 und 15 Uhr.
Renée: An jeder Station ist jemand vor Ort, mit dem man ins Gespräch kommen kann. Im Grunde ist das Motto: «Alles, was Sie schon immer über den Tod wissen wollten, aber nie zu fragen wagten.» Und übrigens: Der Anlass wird mit einer Ansprache des Gemeindepräsidenten Fabian Mori eröffnet.
Was ist eigentlich der «Tag des Friedhofs»?
Renée: Es geht darum, Hemmungen abzubauen – gegenüber Friedhöfen, Beerdigungen und dem Bestattungswesen überhaupt. Welche Möglichkeiten gibt es für ein Grab? Darf ich Blumen bringen? An wen wendet man sich? Fragen, die einem sonst meist erst begegnen, wenn jemand bereits gestorben ist. Jürg: Und es soll sich zeigen, dass ein Friedhof mehr ist als der Ort, an dem die Toten liegen. Ein guter Friedhof ist ein Ort des Lebens.
Tag des Friedhofs Samstag, 19. September, 12.00 bis 16.00 Uhr, Friedhof Kallnach
Programm
12.00 Uhr Beginn
12.15 Uhr Eröffnungsrede von Fabian Mori (Gemeindepräsident)
13.00 und 15.00 Uhr Führung mit René Köhli (Friedhofsgärtner)
16.00 Uhr Schluss
Plakatspaziergang zu verschiedenen Themen
• Umgang mit dem Tod früher und heute: Historische Einblicke in Tod und Trauer in Kallnach und der Region.
• Was macht eigentlich ein Pfarrer? Fragt ihn doch! Einblick in das Berufsbild mit Raum für Gespräche – heitere, ernste und nachdenkliche Aspekte.
• Wohin damit? Bestattungsformen und Möglichkeiten. Verschiedene Bestattungsarten und individuellen Möglichkeiten.
• Tod – was tun? In zehn Schritten bis zum Grab. Orientierung zu den Abläufen und Entscheidungen im Todesfall.
• Trauer – Was soll ich sagen? Umgang mit Trauernden und Einblick in die Trauerbegleitung.
• Palliative Care – Wenn das Leben neue Fragen stellt. Möglichkeiten der palliativen Begleitung.
Gesprächsmöglichkeiten mit Fachpersonen
Für Fragen und Gespräche stehen
Mirjam Köhli (Mobiler Palliativer Dienst Seeland), Renée Magaña (Trauerbegleiterin), René Köhli (Friedhofsgärtner), Jürg Kägi und Dominik von Allmen (Pfarrteam Kirche32) zur Verfügung. Mit Beteiligung von NEO Bestattungen.
