Aus dem Pfarramt

Du bist ein Gott, der mich sieht
(1. Mose 16, 13), Jahreslosung 2023
Seifenblase (Foto: Seifenblase - Pixabay)


Es gibt keine Seniorennachmittage mehr!
Das ist natürlich so nicht ganz richtig, wir bieten weiter einmal im Monat ein Angebot für Erwachsene (und / oder Senioren) an. Meistens sind die Veranstaltungen am Nachmittag, manchmal auch am frühen Abend, damit auch Interessierte, die am Nachmittag keine Zeit haben vom Angebot profitieren können. Was bleibt ist der Donnerstag (in der Regel der 3. im Monat), interessante Themen, der Kaffee-Plousch und gute Gespräche. Wir starten am Donnerstag, 26. Januar um 14.00 Uhr mit Irmela Moser, Leiterin Care Team Kanton Bern, sie wird über die Arbeit des Care Teams berichten.

Du bist ein Gott, der mich sieht ( 1. Mose 16, 13)
Die Losung ist ein Ausdruck dessen, was ich in der Bibel lese – der jüdischchristliche Gott ist kein über allem schwebender Weltgeist, sondern ein persönlich ansprechbarer Gott, ein Gegenüber ein «Du», ein Gott der sich betreffen lässt und anrühren vom Schicksal der Menschen, der mitleidet, wenn Menschen leiden. Ein Gott der zu den Menschen in Beziehung treten will. Und nur wenn wir Gott antworten, kann er so sein wie er will. Manchen ist Gott am nächsten als Schöpfer der Welt, als machtvoller Streiter und Beschützer seines Volkes, der für die Schwachen eintritt. Manchen ist Gott näher als Sohn Jesus Christus als wahrer Mensch (und wahrer Gott), der auf die Menschen zugeht, der mit uns geht und der mitten unter uns ist, wenn wir uns in seinem Namen versammeln. Und manchen ist Gott als Geistkraft näher. Als Geistkraft, die uns erfüllt und bewegt.

Die Geistkraft hebräisch «ruach», als Ausdruck der weiblichen Seiten Gottes, die wir auch in der Bibel finden. Gottes Geistkraft auch ein Anknüpfungspunkt für jene, die Gott eher energetisch verstehen, gleichsam als Lebensenergie. Es ist nicht so, dass in den jüdischen christlichen Gottesvorstellungen für jeden etwas dabei ist, das klingt beliebig im Sinne es ist eh egal. Nein, es ist anders von den Gottesvorstellungen können sich viele angesprochen fühlen. Eben auch um Gott nicht festzulegen auf ein Bild (2. Gebot: «Du sollst dir kein Bildnis machen»)

Wenn wir auf das neue Jahr blicken können wir nicht wissen was es bringen wird: Wird der Krieg in der Ukraine enden? Wird es Frieden geben in Äthiopien und an anderen Orten der Welt? Wird die Weltgemeinschaft endlich wirksame Massnahmen gegen den Klimawandel ergreifen? Werden die neuen Bundesrät:innen verantwortungsvoll handeln, die Schwachen schützen und dem Gemeinwohl dienen? Das wissen wir nicht. Was wir aber wissen ist, dass wir in das Jahr 2023 gehen werden mit einem Gott der uns persönlich sieht, der unser Leid und unsere Freude kennt.
Du bist ein Gott, der mich sieht ( 1. Mose 16, 13)
Pfr. Knut Decker